Ich als Knochenmarkspender
13.7.2009Vor ungefähr drei Monaten habe ich mich als potentieller Knochenmarkspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren lassen. Dieser Vorgang ist weniger spektakulär als er zunächst klingt. Ich habe meine Adresse auf deren Website eingetragen und bekam kurz darauf Post, mit jeder Menge Papier und zwei Wattestäbchen. Mit letzteren nimmt man einen Wangenabstrich von sich selbst (sprich: man dreht sich die ein paar Mal im Mund um) und schickt sie dann zurück. Die DKMS stellt damit dann deine Gewebemerkmale fest, zumindest ein paar davon. Irgendwann bekommt man noch einen nichtssagenden Spenderausweis und ist "typisiert". Normalerweise passiert dann erst einmal über Jahre hinweg nichts.
Die DKMS hat also eine große Datenbank (1.9 Mio.) von Leuten und deren Gewebemerkmalen. Wofür das ganze? Auf Knochenmarkspenden (alias Stammzellspenden) angewiesen sind Menschen mit Leukämie und anderen lebensbedrohlichen Blutkrankheiten. Wenn die DKMS nun übereinstimmungen zwischen den Gewebemerkmalen eines solchen Patienten und eines Spenders findet, besteht die Möglichkeit einer Stammzelltransplantation, welche für den Patienten die beste Heilungswahrscheinlichkeit bedeutet. übereinstimmungen sind aber sehr, sehr selten. Deswegen auch die Größe der Datenbank.
Vor zwei Wochen habe ich dann einen Anruf erhalten, dass ich als Spender in Frage komme. Ich musste einen Fragebogen über meine Gesundheit ausfüllen und noch einmal meine Bereitschaft zum Spenden versichern. Alles lieber Gestern als Morgen. Letzte Woche sollte ich dann zu meinem Hausarzt, wo mir einiges an Blut abgenommen wurde. Wie oben erwähnt, werden beim Wangenabstrich nur ein paar Gewebemerkmale erfasst. Mit dem Blut sollen dann die weiteren Merkmale bestimmt werden, der Vorgang heißt daher auch "Feintypisierung". Wurde alles für mich vom DKMS organisiert, nur eine der Blutproben musste ich selbst bei der Post abgeben. Der Postbeamte war zunächst etwas irritiert von den ganzen Biowarnhinweisen auf dem Paket, es gab aber damit keine Probleme.
Jetzt warte ich darauf, wieder von denen zu hören. Erst einmal wird mein Blut weiter auf Merkmale und Krankheiten untersucht. Es ist aber immer noch relativ unwahrscheinlich, dass es zu einer Spende kommt. Durch einen Anruf habe ich erfahren, dass ich nicht der einzige potentielle Spender bin, und es wird natürlich nur der passendste Spender genommen. Das alles wird sich einige Wochen ziehen. Sollte dann alles passen, steht mir noch eine gründliche Untersuchung bevor, und dann kommt es zur Entnahme. Aber davon berichte ich, wenn es soweit ist.
Wenn ich dein Interesse an diesem Thema geweckt habe, findest du z.B. beim DKMS und beim WSZE weitere Infos. Blutspenden ist übrigens auch eine feine Sache.
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Eine Person ist meiner Meinung
Bärbel vermutet, dass...
ich habe im Frühjahr bei einer Aktion der DKMS Blut abgenommen und war erstaunt, wie viele Menschen da kamen. Coole Sache
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